
Hausarztpraxis Luljeta Gashi-Gerdung
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EMDR
​Was ist EMDR?
Die Abkürzung EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing.
EMDR wurde Ende der 80er Jahre von der amerikanischen Psychologin Francine Shapiro erfunden. Damit ist EMDR eine relativ neue Methode in der Traumatherapie. Die Wirksamkeit von EMDR in der Traumatherapie ist wissenschaftlich bestätigt. Obwohl EMDR auf den ersten Blick einfach erscheint, ist es eine hoch wirksame Therapiemethode, die nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen ist. Eine Behandlung mit EMDR sollte daher nur von entsprechend fortgebildeten Psychotherapeuten (Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten und approbierte Kinder- und Jugendlichen-
Psychotherapeuten) durchgeführt werden. EMDR findet inzwischen Anwendung bei nahezu sämtlichen Angststörungen, Phobien, substanzgebundenen Süchten, Psychosomatischen Störungen und Schmerzzuständen. EMDR eignet sich für therapeutisches Arbeiten ebenso wie für Beratung und Coaching.

​Wie wirkt EMDR?
EMDR wirkt direkt auf die für Heilung wichtigen neuronalen Bahnungen im Gehirn. Es läßtsich mit jedem zur Zeit gültigen Therapiekonzept kombinieren und führt meist schon nachwenigen Sitzungen zu merkbaren und dauerhaften Ergebnissen: Die unterschiedlichstenLangzeitstudien mit EMDR weisen nach, dass dieses Verfahren schneller und besser wirkt,als sämtliche anderen bekannten Therapiekonzepte.Die genaue Wirkungsweise von EMDR ist noch nicht vollständig erforscht. Nach demderzeitigen Stand der Forschung geht man davon aus, dass es bei einem Trauma zumsogenannten "sprachlosen Entsetzen" kommen kann, bei dem in der rechten HirnhälfteBilder des Erlebten gespeichert werden, während das Sprachzentrum in der linken Hirnhälfteaktiv unterdrückt wird. Dadurch, daß das Erlebte nicht in Worte gefasst werden kann, wirdseine Verarbeitung erschwert oder sogar unmöglich gemacht.
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Was passiert bei EMDR?
Der Patient soll bei einer EMDR Therapie unter Anleitung des PsychotherapeutenErinnerungen an das Trauma wachrufen. Dabei folgt er mit den Augen den Fingern desTherapeuten, der diese schnell und rhythmisch nach links und rechts bewegt. EMDR solltenur im Rahmen einer umfassenderen Traumatherapie durch einen entsprechend geschultenArzt oder Psychologen durchgeführt werden.
Sinn einer EMDR Therapie
Normale Erfahrungen speichern wir im Gedächtnis, indem sie sortiert und mit bisherigenInhalten verknüpft werden. Ein Trauma hingegen wird vermutlich nicht normal einsortiert,sondern mitsamt allen dazu gehörenden Sinneseindrücken und Gedanken separatgespeichert. Später kann alles was an das Trauma erinnert – ein lauter Knall, ein Geruch,eine Berührung – dazu führen, dass der Betroffene das Gefühl hat, die Situation nochmalszu durchleben. Angst, Hilflosigkeit und körperliche Reaktionen wie Atemnot und Herzrasensind die Folge. Ziel einer EMDR Therapie ist deshalb, die Erinnerung an das Trauma wieeine ganz normale Erinnerung ins Gedächtnis einzusortieren. Betroffene sollen sich nichtmehr wehrlos in die Situation zurückversetzt fühlen, sondern im Anschluss an eineTraumatherapie die Erinnerungen normal wahrnehmen und aushalten können.
EMDR: Wirkung der Methode
Eine Traumatherapie mit EMDR soll über drei Mechanismen bewirken, dass der Betroffenedie Erinnerungen an das Trauma nicht mehr als bedrohlich erfährt:• Bei EMDR werden Erinnerungen an das Trauma wiederholt in der sicherenUmgebung der Therapie hervorgeholt und so mit dem Gefühl relativer Sicherheitverknüpft. So lernt der Betroffene, dass die Erinnerungen nicht bedrohlich sind. Dasliegt daran, dass das Gedächtnis alles miteinander verknüpft was häufig gepaartauftritt. Ähnlich wie bei Höhenangst oder Flugangst wird die Angst immer geringer,je öfter man sich ihr stellt.• Forscher gehen davon aus, dass im Traum Erinnerungen sortiert und imLangzeitgedächtnis gespeichert werden. Die schnellen Augenbewegungenwährend der EMDR Therapie sollen die Augenbewegungen simulieren, die wirmachen, wenn wir träumen. EMDR soll so Gedächtnisprozesse anregen und eineschnellere Heilung mittels Traumatherapie ermöglichen.Die rhythmische Stimulierung durch die Augenbewegungen soll dem Patienten außerdemerleichtern, sich zu entspannen und die bedrohlichen Erinnerungen an neutrale Reize zukoppeln. Deshalb setzen manche Therapeuten zusätzlich auch beidseitige Berührungen anden Armen ein.